Reviews

'Raising Resistance' (documentary)

(...) So bewegend und verständlich die Kommentare der Forscher und Politiker, der Profiteure und der Geschädigten sind, so eindrucksvoll sind die Bilder, die Marcus Winterbauer („Rhythm is it“, „Die große Stille“) und der ebenfalls mehrfach ausgezeichnete Börres Weifenbach geschaffen haben. Zusammen mit der melancholischen Musik von Ali N. Askin schafft der Film eine Stimmung, die an den Sonnenaufgang nach einer schlaflos durchwachten Nacht im Krankenhaus erinnert: Trostlosigkeit und Hoffnung, Erschütterung und Tatendrang wechseln sich ab. Die schier unendlichen Sojafelder, die bis an den Horizont reichen, wird man ebenso im Gedächtnis behalten wie die gespenstische Reihe der Erntemaschinen, die im sanften Morgennebel über die Landschaft gleiten. Traumhaft schön – und doch so schrecklich … (...)

Vollständige Kritik auf programmkino.de

 

'Un Bacio -Remix' from 'Morricone RMX' (Warner)

(...) I think the highlight for me is Ali N. Askin's version of 'Un bacio', just about the only track on here which is as beautiful as the original. The remix approach employed here is different from most on this album - along with the samples and beats, the remixer adds a new vocalist who plays around with the melody rather charmingly, if not quite as exquisitely as Edda Dell'Orso.
(www.psychedelicado.com)

(...) Ali N. Askin's "Un Bacio," probably the most satisfying track on the album, succeeds because Askin employs modern technology and generic exercises -- looped voices, effects samples, synthesized percussion -- in a stringent attempt to replicate the ominous atmosphere of the original's sparse interplay between voices and accompaniment. (...)
(phoenix new times)

 

 

'Flaubert Oriental / Meganekrolopolis' (Andex Records / BMG Wort)

Rauschen liegt in der Luft. Flirren. Die unheimliche Spannung des Klangs. "Die Hitze beginnt. Die Wüste." Ben Beckers Stimme ist tief und eindringlich, von fast diabolischer Erotik. "Der Weg ist mit Kamelgerippen übersät, die noch in ihrer Haut stecken und innen sehr sauber ausgeweidet sind". Die Stimme klingt verrucht, wenn er das sagt. Allmählich mischen sich einzelne Töne in die Szene und dann schlagen wie wildgewordene Hunde die Trommeln los.
Flauberts Oriental Meganekrolopolis - hinter dem eher kryptischen Titel verbirgt sich das vielleicht beste Hörereignis des Jahres. Das Stück basiert auf dem Reisetagebuch Gustav Flauberts in den Orient, geschrieben um 1850. Ali N. Askin und Markus Vanhoefer machen daraus einen Rausch der Sinne - fremd, wild, magisch. Mit unglaublicher Treffsicherheit inszenieren die Autoren den Text zu einer eigenständigen Welt, die mitunter minutenlang ganz von Musik getragen wird. Was den expressionistisch wirkenden Texten zusätzlich Effekt verleiht. Die Sätze - kurze, teils verstörende, teils vulgäre Versatzstücke - alles schwingt im Takt der Hitze. Ben Becker spricht – und dabei dringt er nicht übers Ohr ein, nein! er geht direkt in den Magen. Im Hintergrund hämmert türkischer Rap, das Ton-Chaos eines Basars schwillt an und ab, verirrte Noten surren durch Hospitäler, Opiumhöhlen und Bordelle. Und manchmal gerät der Erzähler selbst in den Strudel der Rhythmen. Dann rapt Becker, was irritierenderweise zur orientalischen Stimmung passt. Wer sich auf Meganekrolopolis einläßt, taucht in eine psychedelische Drogenwelt hinab. Und irgendwann dreht man lauter, und tanzt mit.
(Jörg Albinsky / MDR)

Ein aussergewöhnliches Projekt: Ben Becker rezitiert mit hocherotischen Zungenschlag nordafrikanische Reiseskizzen von Gustave Flaubert, das Duo Selman & Erhan (vom Hip Hop-Kollektiv Da Crime Posse) lautmalt dazu. Den musikalischen Unterbau bildet das Sunset Piano Trio mit Violine, Cello und Klavier. Ali N. Askin und Markus Vanhoefer realisierten daraus ein Hörbild das aus Schweiß und Wüstensand gemalt scheint. Händler die kein "Hörbuch"-Regal eingerichtet haben, dürften diese heiße Scheibe unter 'Türkischer Rap' und 'Orient Jazz' einsortieren. Oder gleich ein eigenes 'Ben Becker'-Rack aufbauen.
(Winfried Dulisch/stereoplay)


Mit der CD "Flaubert Oriental / Meganekrolopolis" kann hier ein außergewöhnliches Projekt auf Basis von Gustave Flauberts Tagebucheinträgen während seiner Reise in den Vorderen Orient nachgereicht werden, das der Musiker Ali N. Askin (Assistent bei Frank Zappas "The Yellow Shark" und seither Mitarbeiter im Zappa Family Trust) zusammen mit dem Münchner Hörspielautor Markus Vanhoefer realisieren konnte. Atmosphärische O-Töne und orientalische Folklore lassen den musikalischen High-Tech-Anachronismus einer fiktiven Megastadt der Dritten Welt entstehen. Grooves, Samples und türkischer Rap (Selman & Erhan - Da Crime Posse) werden mit flächigem Ambient-Sound, romantischen Paraphrasen eines Streichtrios (Sunset Piano Trio) sowie den markanten Stimmen von Ben Becker und Sonja Houimli kombiniert.
(www.derschallplattenmann.de)

 

'hep' from 'microscopic sounds' (caipirinha)

(...) The closing track, by S-Nemek, is the strangest: samples of
marimba's and broken telephone lines and certainly carries the spirit of
Steve Reich into the next millenium. Well done this!
(Vital Weekly)

 

'Sieben Monde /Seven Moons' - Original Soundtrack (Colosseum)


This is definitely not your ordinary, every-day film score. Ali N. Askin has composed a pounding, techno-styled drum'n'bass score for this German thriller directed by Peter Fratzscher (the film is distributed internationally by Buena Vista International). I like this soundtrack for a number of reasons. First of all I like the bold approach. This is yet another evidence of Mark Isham's philosophy: that any musical style can be appropriate for a film. Second, this is actually pretty engaging stuff, if you are willing to leave the usual orchestral stuff for an hour or so. Askin's score is minimalistically rhythmical, and while the soundtrack CD features different mixes of the "theme" it's also surprisingly varied. It's mostly dark and creepy, with some striking acoustic performances (flute and violin) adding a human touch to key moments in the score. The hypnotic "Talking to Wolves", with its strange flute solo, and "Elegy 1/Animal" (reminding me of both Elliott Goldenthal and Chris Young) are two examples of more traditional horror music which is skillfylly incorporated into the score. This is a modern score in it's true sense! If you're looking for something unusual, you should definitely try this!
(Mikael Carlsson / www.musicfromthemovies.com)


Nicht die geringste Ahnung was für ein Film das ist, aber Regisseur Peter Fratzscher scheint sich mit Ali. N. Eskin (sic!) jemanden geholt zu haben, der mit seiner Musik keine Kompromisse eingehen muß, dafür aber als tüchtiger Studiomusiker einfach jedes Genre beherrscht. Die Szenenbilder erinnern einwenig an Pulp Fiction, die Tracks sind natürlich um Jahrmillionen besser. Darke aber funkige Drum and Bass Stepper, schweres mit Stimmencutup zu blutigem Sound, gerne mit Dancefloorbeats verschiedenster Couleur versetzt, mal trancig schleimig, mal experimentell und mit typischen Soundtracksounds vermengt. Insgesamt ein ziemlich klares Postulat dafür, daß sich Filmmusik langsam erinnert daß neue Stücke Sinn machen, auch wenn sie keine Namen featuren, aber es kann noch viel getan werden in diesem Business bis man auf soetwas wie den Film einer ganzen Generation käme.
(de:bug - zeitschrift für elektronische lebensaspekte)

 

 

'Twilight L.A.' (BR/WDR/SWR/Deutschlandradio)

Techno-DJs und Art-Performer drängen auf die Hörspielszene. 1. Wuppertaler Festival fand im Kino statt:
(...) Herausragend und verstörend darunter "Twilight L.A.", ein akustischer Spiegel der Unruhen nach dem Rodney-King-Urteil in Los Angeles 1992. Als Vorlage diente dem Musiker und Komponisten Ali Askin - Ex-Orchestrator bei Frank Zappa - das Theaterstück der Amerikanerin A.D. Smith. Eine einzige Schauspielerin ist "die Stimme von L.A.". Sie spricht als Schwarze, als Weiße, als Opfer. Sie ist auch der prügelnde Polizist. Askin baut dazu aus Hip-Hop- und Rapbeats, O-Tönen von Hubschraubern und Sirenen, Fetzen aus Radio und TV einen ohrenbetäubenden Horrortrip in die Welt der staatlichen Willkür. Kommentar eines genervten Hörers: "Ich dachte, das heißt hier Augen zu, und nicht Ohren zu." (taz)

 

 

'The Adventures Of Greggery Peccary And Other Persuasions'
Ensemble Modern plays the music of Frank Zappa
Arrangements and Transcribtions by Ali N. Askin
(BMG Classics / RCA Red Seal)

No doubts either about the arranger Ali N. Askin's integrity on 'Ensemble Modern play Frank Zappa', most of it written on a music computer and orchestrated with a flair that occasionally reminded me of John Adams and Heiner Goebbels. Not being a Zappa aficionado, I was hearing much of this music for the first time, and yet I found the mounting excitement of "What Will Rumi Do?", the eerie cimbalon in "A Pig with Wings" and the exotic intervals of "Put a Motor in Yourself" pretty riveting. And there's the hilarious 21-minute cover track 'The Adventures of Greggery Peccary', "a little pig with a white collar that usually hangs around between Texas and Paraguay", where voice virtuosos Omar Ebrahim and David Moss act out the narrative and Askin's small orchestra backs up the action. Whether this is "true Zappa" in spirit I can't really say, but it's crammed full of musical interest. (...)
(Rob Cowan on the week's best CD releases / The Independent)

 

Put a Motor in Yourself : Das dauert fünf Minuten und 21 Sekunden und ist von einer ruhelosen, perkussiven Motorik geprägt, wie bei dem Titel ja nicht anders zu erwarten. Frank Zappa, der vor zehn Jahren, am 4. Dezember 1993, starb, hatte das Stück am Synclavier komponiert, zuerst veröffentlicht wurde es nach seinem Tod auf dem Album Civilisation Phase III. Dass es jetzt, vom Ensemble Modern gespielt, in einer differenziert ausgearbeiteten orchestralen Version zu hören ist, hängt mit mehreren größeren Erstaunlichkeiten und kleinen Wundern zusammen.
Das Ensemble Modern war Zappas letzte Band. Mit dem Programm und der CD The Yellow Shark im September 1992 hatte es ihn als Komponisten zeitgenössischer E-Musik nachdrücklich ins Gespräch gebracht. Gut acht Jahre später hat das Ensemble mit Greggery Peccary & Other Persuasions diese Sicht revidiert: Zappas Musik ist keine E-Musik. Es ist die virtuose Verarbeitung der Welt durch einen ruhelosen, von der E-Musik der ersten (Varèse, Strawinski) und dem Blues, Soul und Rock der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gleichermaßen geprägten Komponisten mit nicht eingrenzbarer Fantasie, der sich tonalen Konservativismus und ein pragmatisches Rock-Kostüm ebenso gestattete wie eine hyperaktive Collagentechnik.
Also nicht E oder U, sondern etwas ganz Eigenständiges. Was man unter anderem daran erkennt, dass Zappa E-Komponisten wie Rock-Musiker inspiriert und dass seine Musik heute in beiden Lagern Konjunktur hat, gleichwohl völlig unterschiedlich rezipiert wird. Was das Ensemble Modern jetzt daraus gemacht hat, ist eine Version, die keinem der beiden Lager ganz, dafür aber Frank Zappa selbst gerecht werden kann.
Die erste Erstaunlichkeit bei der Entstehung dieser CD fängt damit an, dass im Jahre 2000 kein Plattenverlag bereit war, eine orchestrale Zappa-CD zu produzieren. Dass der Yellow Shark das kommerziell bis dato erfolgreichste Projekt des Ensemble Modern gewesen war und man erwarten konnte, an diesen Erfolg anzuknüpfen, dämpfte nicht die chronische Angst der Branche vor Neuem. So übernahm das Ensemble selbst das Risiko der Produktion und spielte mit dem Tontechniker Norbert Ommer, dem Dirigenten Jonathan Stockhammer und den Gast-Vokalisten David Moss und Omar Ebrahim die Musik im Juli 2002 in Frankfurt im Hermann-Josef-Abs-Saal ein.
Das zweite kleine Wunder war die sehr spezielle philologische Arbeit, die Ali N. Askin leistete, um aus Zappas Musik etwas zu machen, was für ein Instrumentalisten-Ensemble spielbar war und immer noch nach Zappa klang. Zappa hatte sich 1982, nach ausgiebigen Erfahrungen mit Orchestern, die seine Musik spielten, aus einer wohl begründeten Resignation heraus ein Synclavier angeschafft und war von der Idee angetan, nicht mehr mit ausführenden Musikern als technischen Schranken für seine Ideen arbeiten zu müssen. Er ging dazu über, statt Noten aufs Papier zu schreiben nur noch ins Synclavier zu komponieren. Bis zu seinem Tode entstand ein Opus von gut 500 Dateien. Für die Bearbeitung des Nachlasses wurde die inzwischen veraltete Technik des Synclaviers ein Problem. Todd Yvega und Ali N. Askin ist es zu verdanken, dass aus den Dateien spielbare Arrangements geworden sind.
Spielbar? Wie man's nimmt, denn dies ist das dritte kleine Wunder: dass Stücke wie Moggio oder Beltway Bandits oder die titelgebende bizarre Mini-Oper Greggery Peccary ohne die technische Kälte, die den elektronischen Versionen anhaftet, daherkommen, mit einem feingliedrigen orchestralen Klang, über all die rasanten Tempo-, Klangfarben- und Stimmungswechsel hinweg so groovend und aufgeweckt, dass man geradezu Spielfreude hören kann, die zu der enormen Spielkultur dazukommt. Und eben nicht die Mühe und Arbeit, die sich Orchestermusiker früherer Zeiten mit Zappas Musik machten. Der Motor ist eingebaut: Der pulsierend lebendige, performative orchestrale Ton ist etwas, das bisher nur das Ensemble Modern Zappas Musik geben konnte.
(Hans-Jürgen Linke / Frankfurter Rundschau)